Zwischen Idee und Umsetzung liegt ein Abgrund und wie du ihn überbrückst

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Ein Gespräch mit Robin Volk über Sinn, Struktur und die Stolpersteine beim Gründen.
Interview: Sofie F.

Sofie F.: Robin, du begleitest seit Jahren Gründer:innen. Was begegnet dir dabei am häufigsten?

Robin Volk: Viele Menschen kommen mit einer tollen Idee, aber eine Idee ist erst einmal nur ein Gedanke.
Wenn ich frage, was der Kern ihrer Geschäftsidee ist, also der eigentliche USP, entsteht oft Stille.
Hinter jeder Idee steckt ein Beweggrund, und genau dem gehen wir zuerst nach, mit einem sinnorientierten Ansatz.
Ab da beginnt der wahre Punkt einer Gründung.
Natürlich klären wir auch Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Zielgruppe und Co., aber das ist schon Schritt zwei oder drei.


Sofie F.: Woran scheitern Gründer:innen deiner Erfahrung nach am häufigsten?

Robin Volk: Meistens nicht an der Idee, sondern an fehlender Struktur und Strategie. 
Es fehlt zum Beispiel an klaren USP, an Zielgruppenverständnis oder an finanzieller Planung.
Viele machen alles allein, sie recherchieren stundenlang oder bauen beispielsweise ihre Webseite selbst, statt sich Unterstützung zu holen.
All das kostet Zeit, Nerven und Energie. Daraus entsteht Druck und Druck führt zu überschnellten Reaktionen statt geführter Aktionen. Ein Teufelskreis entsteht. 
Und das betrifft nicht nur Menschen mit einer Idee, auch bereits gegründete Unternehmen scheitern oft daran, weil sie versuchen, irgendwie an Kunden zu kommen, um über Wasser zu bleiben.


Sofie F.: Du sprichst oft über mentale Stärke im Gründungsprozess. Was meinst du damit?

Robin Volk: Gründen bedeutet Verantwortung, nicht nur für ein Projekt, sondern auch für sich selbst.
Man braucht innere Stabilität, um mit Unsicherheit und Rückschlägen umgehen zu können.
Wenn der Sinn fehlt, wird jedes Hindernis größer.
Ich sage immer: Die Gründung ist wie ein Spiegel, sie zeigt dir sehr deutlich, wo du selbst noch keine Klarheit hast.
In meinen Existenzgründerberatungen lege ich daher besonderen Wert darauf, dass nicht nur die formellen Themen geklärt werden, sondern auch die mentale Stärke gefördert wird.


Sofie F.: Wie bist du selbst zu diesem Thema gekommen?

Robin Volk: Ganz ehrlich, ich wollte ursprünglich gar kein Coach werden.
Ich habe die Ausbildung bei Dr. Migge für mich selbst gemacht, aus Interesse an persönlicher Entwicklung.
Doch Menschen kamen auf mich zu und baten um Unterstützung.
Und irgendwann sagten sie: „Robin, das liegt dir. Mach dich bitte selbstständig, das wäre verschenktes Potenzial, wenn du es nicht tust.”
Also habe ich gegründet. Ohne Plan, ohne Netzwerk.
Und genau deshalb weiß ich heute, wie sich Orientierungslosigkeit anfühlt und vor allem, was sie unter dem Strich kostet.
Ich hatte niemanden, der mich durch diesen Prozess begleitet hat und genau das will ich heute für andere sein.
Und genau deshalb gibt es jetzt auch LuRoRa.


Sofie F.: Wenn du Gründer:innen einen Satz mitgeben dürftest, welcher wäre das?

Robin Volk:
Wenn es dein Weg ist, dann frag nicht, wann du anfangen sollst,sondern wie.

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